Kann ich verstehen. Wenn ich noch jung wäre, ich wäre hier weg. Mit CDU/CSU und AfD absehbar für längere Zukunft an der Macht, kannst du dich nur aus dem Staub machen wenn du schlau bist.
Es ist nie zu spät, Finnisch zu lernen.
Yksi, kaksi, kolme, …
Suomi on hyvä maa
Kein Wunder. Hier ist alles so rückwärtsgewandt. Politik und große Medien seit Jahrzehnten fest in der Hand der Fossillobby. Bei der AfD-Verbotsprüfung wird seit Jahren rumgedruckst. Die Leute sind so medienkompetent wie Goldfische mit etwa dem selben politischen Gedächtnis. In Sachen Digitalisierung hängen wir allen anderen Jahrzehnte hinterher. Öffentliche Verkehrsmittel muss man als “kurz vor unbrauchbar” einstufen. Bildungssystem kaputtgespart. Gesundheits- und Rentensystem nicht mehr finanzierbar. Klimaaktivisten sind Terroristen, Trottelbauern Helden der Freiheit und Ernährer des Landes. Machtmissbrauch und fehlende Accountability wo man nur hinsieht. Cum-Ex, Maskenaffäre, etc. ad infinitum.
Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ernsthaft in Erwägung ziehen könnte, dieses Land zu verlassen, aber ich bin dieser ganzen Scheiße wirklich überdrüssig. Seit über 20 Jahren beobachte ich diese Scheiße und rede mir den Mund fusselig, dass man nicht Union wählen und Springer glauben darf. Ändern tut sich: Nichts. Gefühlt wird es sogar schlimmer.
An irgendeinem Punkt muss man zu dem Schluss kommen, dass hier nichts mehr zu retten ist und Gotham brennen muss. Ich habe das Gefühl, bei mir dauert es nicht mehr lange.Ich stimme jedem einzelnen Wort und Gedanken von dir zu. Ich sehe es immer so: wenn ich wirklich auswandern würde, dann wie gesagt nicht aus dem Land, sondern aus dem Trott.
Mir geht es auch auf den Sack, dass wir hier jeden Fortschritt in boomerfeundlicher Idiotenrhetorik verpackt servieren müssen und dass leider die Generationen danach nicht viel besser sind.
Ich hatte vor etwas mehr als 25 Jahren ähnliches geschrieben bzw von mir gegeben Rente doch nicht sicher, geringe Akzeptanz von Computern, digitale Vernetzung komplett verkannt und unterschätzt. Mobile Device ja braucht keiner. Strom könnte ausfallen daher muss alles auf Papier vorhanden sein. Gesundheitssystem nicht finanzierbar, Sozialhilfe bzw. Arbeitslosengeld nicht finanzierbar, Anwendung Gentechnik unpopulär und stark beschränkt (rückwärtsgewandt).
Viele in meinem Umfeld sind deshalb nach dem Studium ins Ausland. USA, Schweden, Schweiz, China, England, Dubai, Argentinien und weitere Länder. Die gefundenen Partner sind auch häufig aus anderen Ländern. Bis auf ein paar wenige leben nun alle wieder in Deutschland. Meist sind diese mit der Schwangerschaft oder 1 bis 2 Jahre nach Geburt eines oder mehrerer Kinder wieder zurückgekehrt (mit Partner). Diejenigen, die geblieben sind wissen weshalb und diejenigen, die zurückgekehrt sind ebenfalls. Es sind in beiden Fällen individuelle und persönliche Gründe.
Eine wirt. Depression bringt das mit sich, ist unangenehm und bietet auch größere Chance auf Veränderungen. Die Perspektive verändert sich jedoch auch mit der Zeit und den unterschiedlichen Lebensabschnitten.
Viel Erfolg im Ausland. Jeder der geht und möglicherweise wieder kommt leistet einen Beitrag zum besseren länderübergreifenden Verständnis.
und rede mir den Mund fusselig, dass man nicht Union wählen und Springer glauben darf. Ändern tut sich: Nichts
Meine Erfahrung ist, dass Menschen die “Mund fusselig reden” verwenden, so kommunizieren, dass ihnen nicht zugehört wird. Reden alleine reicht nicht. Die Information muss auch zum Zuhörer passen.
Es hilft auch, positiv zu formulieren. Eine Alternative anbieten ist besser als vor Springer zu warnen.
Ich will nicht auswandern, ich mag Deutschland als Land und fühle mich logischerweise damit kulturell und sicher auch emotional verbunden (naja, kulturell in Maßen und Ärger ist ja vermutlich auch eine Emotion…).
Und ich mag das Gefühl, wenigstens einen Teil der Welt verstanden zu haben und angesichts der ganzen Krisen, die einen gerade mental auslaugen, frage ich mich zunehmends, wie viel ich an Änderung überhaupt bewältigen könnte, auch, wenn ich mir selbst gern mehr zutrauen würde.
Aber am Ende ist es nicht das Land, das mich stört, sondern das System und das gehört geändert und der Muff endlich aus den Schaltzentralen gekehrt. Auswandern wäre für mich leider eben doch nur Symptombekämpfung.
Die Spanier machen wenigstens ihren Mund auf wenn es um Israel geht.
Da schwingt schon einiges an Naivität mit, oder? Natürlich ist es viel schöner und man fühlt sich freier, wenn man nach der Schule ein Jahr in Spanien ist, wo man dann einfach die Zeit genießen kann. Da ist Arbeiten in der Bundesrepublik natürlich immer scheiße im Vergleich. Die interessante Frage ist ja, ob Arbeiten in Spanien dann auch so frei ist.
Die Studie kommt zum Ergebnis, dass diejenigen, die Deutschland verlassen wollen, häufiger Schulden haben, sich stärker von Armut bedroht fühlen und wenig an das Elternhaus gebunden sind. Unter ihnen sind zudem mentale Belastungen überdurchschnittlich verbreitet. Sie befinden sich etwa doppelt so häufig in Behandlung und geben öfter an, eine zu benötigen als junge Menschen ohne Auswanderungspläne. Auffällig ist auch der Geschlechterunterschied: 25 Prozent der jungen Männer haben konkrete Abwanderungspläne, bei jungen Frauen sind es 17 Prozent. Diese Werte korrelieren laut Hampel mit Faktoren wie dem Gefühl, finanziell abzurutschen, Schulden zu haben oder einer größeren Nähe zur AfD – Sorgen, die bei jungen Männern laut Studie stärker ausgeprägt sind.
Und wenn ich dann als AfD-naher, psychisch belasteter junger Mann am unteren Ende der Einkommensskala (und höchstwahrscheinlich Ausbildungsskala), mit Schulden, der mit seinen Eltern verkracht ist, ins Ausland gehe, dann werde ich dort mit ziemlicher Sicherheit auch nicht glücklich werden. Ich kann es verstehen, dass man da fliehen will, aber ich weiß jetzt nicht, ob man daraus ableiten sollte, dass es in Deutschland total kacke ist und woanders besser.
Ich war auch kurz davor: Australien oder Thailand. Hab dann aber gemerkt, dass ich einige Sachen in Deutschland doch ziemlich gut finde.
Cool! Welche Sachen waren das?
Australien: Geile Natur. Super Attitude der Menschen dort. Nur: Ich bin Kreativling und meine Bekannten dort die im Umfeld Kunst, Musik, Szene unterwegs waren wollten alle nach Europa. Es gibt zB in ganz Australien so viele Museen wie in einem Bundesland in Deutschland. Kultur ist in Australien low prio. Da dachte ich, wenn alle Leute mit denen ich rumhängen würde und meine Wellenlänge haben, mach Europa wollen. Dann werde ich hier nicht glücklich. Und Job finden als Berufseinsteiger ist dort echt schwierig - die wollen Berufserfahrung.
Thailand: Super nette Menschen, tolles Wetter, easy flow. Job findest du da als Europäer/Weisser schnell wegen positivem Rassismus. Und sei es als Vorzeigewessi im Hotel. Da kommt es an wo die bist - im Süden&Strand ist nur Party und viele Suffi-Party-Briten/Iren, die als Englischlehrer arbeiten. Im Norden bei Chiang Mai ist eher die Kultur angesiedelt - also hab ich da auch geschaut. Ein Kumpel war dort schon seit einigen Jahren als Englischlehrer. Nur: Du wirst als Europäer immer der Andere bleiben. Die Kultur ist komplett anders als unsere. Mir gefiel zB. dieses Passive und Lethargische nicht: Ist man Arm und wird wie Dreck behandelt, dann ist es eben so und im nächsten Leben wird’s schon besser. Ist nicht mein Ding. Nun, echte Thais sind ziemlich konservativ und möchten idR auch keine Wessis in der Familie oder als Mann der Tochter. Und die europäische Diaspora ist mir im Süden zu krawallig bis versoffen und im Norden zu esoterisch unterwegs. Mir war klar, dass ich dort nie richtig Wurzeln schlagen werde. Mir fehlte auch der Humor. Auf Englisch kann ich nicht witzig sein.
In Deutschland mag ich die Zuverlässigkeit, das Direkte (das auch mal ins Unhöfliche umschlagen kann), das Verbindliche, das Ehrliche
Edit: Aber ein paar Monate bis Jahre können nie schaden. Schau es dir an und mach dir selbst ein Bild. Ich war jeweils 2 Monate dort und es ist auch schon etwas her. Die Welt dreht sich bekanntlich weiter.
Danke für die ausführliche Antwort!
Ich hab ein halbes Jahr in Australien gewohnt und mehrere Monate durch Südosten-Asien gereist u.a. auch Thailand 😉
Ich muss auch sagen, dass Deutschland als in-Deutschland-geborene Kartoffel das beste Gesamtpaket für mich darstellt - auch wenn die anderen Länder in manchen Bereichen hundertfach die Nase vorne haben. Deutschland fetzt! 💪
Man weiß zu schätzen, was man an Deutschland hat, wenn man mal woanders war :-)
Als Jugendlicher würde ich mich vor allem fragen, welche beruflichen Perspektiven ich hier habe und warum ein so großer Teil meines Einkommens vom Staat genommen wird. Am “Stadtbild” und der Infrastruktur ist es nicht zu sehen…
Am “Stadtbild” und der Infrastruktur ist es nicht zu sehen…
Genau desswegen CDU! Wenn die CDU nur einmal regieren könnte, wäre alles viel besser und das Stadtbild sähe anders aus.
Ja, ich bin mir sicher, wenn die CDU nur ein einziges mal seit dem Fall des dritten Reiches an der Regierung beteiligt gegewesen wäre, hätten wir diese ganzen Probleme nicht! /s
So doof das klingt: welches andere Land bietet aktuell denn (relative) politische Freiheit, einen brauchbaren Lebensstandard und ein bezahlbares Sozialsystem?
Mir fallen höchstens noch ein paar andere europäische Länder ein, und die sind mit uns wirtschaftlich im gleichen Boot, plusminus ein paar Prozent. Und so ein paar Ex-Commonwealth-Staaten noch, aber in Kanada ist es kalt, und in Australien gibt es Riesenspinnen.
Naja, weit zu gehen braucht man nicht. In den Niederlanden zum Beispiel hat man auch hohe Sozialabgaben. Aber die Städte und Infrastruktur sind in einem bessere Zustand und sehen schöner aus. Der Arbeitsmarkt ist flexibler und das Gesundheitssystem ist sehr gut und günstiger.





