• Don_alForno@feddit.org
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    4 months ago

    Ich sehe hier genau die Kassen in der Pflicht, sowas auf die Beine zu stellen. Was soll die Forderung?

    • it_depends_man@lemmy.world
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      4 months ago

      Die Kassen können Praxen nicht zur Verwendung der einheitlichen Lösung zwingen. Dürfen sie wahrscheinlich sogar nicht, und noch nicht mal fördern, Ärzte sind bestimmt unabhängig was die Auswahl an bestimmten technischen Geräten angeht.

      Das bräuchte schon ein Gesetz. Trotzdem können die Kassen die Software bauen.

      • Don_alForno@feddit.org
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        4 months ago

        Die Kassen können Praxen nicht zur Verwendung der einheitlichen Lösung zwingen.

        Hab ich ja auch nicht geschrieben.

        “If you build it, they will come”. Die sollen die Plattform bauen und den Ärzten erstmal ein besseres Angebot machen als die zwielichtige Datenschleuder doctolib. Das kann man dann ein paar Jahre laufen lassen, und wenn es sich durchsetzt, kann man dann vielleicht irgendwann die Nachzügler zur Nutzung verpflichten.

        Erstmal einen Zwang zur Nutzung einer noch gar nicht existierenden Lösung zu fordern führt doch nur zur nächsten e-Gesundheitskarten Situation.

        • it_depends_man@lemmy.world
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          4 months ago

          “If you build it, they will come”

          Du schlägst vor, das jede einzelne der 600+ Krankenkassen in Deutschland einfach mal so mit deinen Beiträgen ins Blaue hinein Software baut und dann “mal guckt was so passiert”? Ist das dein Ernst?

      • Kornblumenratte@feddit.org
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        3 months ago

        Ein Gesetz würde in die Selbstverwaltung eingreifen. Der normale Weg wäre, dass die Kassen mit den KVen im Rahmen der Gesamtverträge die Einrichtung einer bundeseinheitlichen Terminvermittlung vereinbaren. Nur warum sollten die KVen einer Konkurrenz zu ihren Terminvermittlungsstellen zustimmen?

    • Kornblumenratte@feddit.org
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      3 months ago

      Der Versorgungsauftrag liegt bei den KVen, nicht bei den Kassen, also sind die KVen in der Pflicht. Die Kassen blasen so einmal im Jahrzehnt zum Sturm auf das System, weil sie natürlich gerne die KVen möglichst loswerden wollen.

      Es gibt ja schon ein bundeseinheitliches Terminsystem, das von den KVen betieben wird - 116117.de. Dass es nicht funktioniert, liegt nicht an dem Portal, sondern an der (notwendigen) Budgetierung des Gesundheitswesens und dem (relativen) Ärztemangel. Wenn die GKV ein Alternativsystem zu 116117.de und Doctolib aufbaut, gibt es damit keinen einzigen Arzttermin mehr. Im Gegenteil, das Geld, mit dem dieses Portal finanziert wird, kommt ja aus demselben Topf wie die Arzthonorare - d.h., dass rein theoretisch logischerweise mit dessen Einführung weniger Termine zur Verfügung stehen sollten.

      Hier geht es nicht um eine Verbesserung der Patientenversorgung, sondern um Runde 25 (oder so) im ewigen Machtkampf, wer in der Selbstverwaltung des Gesundheitssystems den längeren Hebel hat.

    • Lumidaub@feddit.org
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      4 months ago

      Vage relatierte Anekdote, weil ich mich aufregen will: Ich hab zum Glück nur mit doctolib zu tun, wenn ich n Termin bei meiner Phlebologin brauche. Nicht etwa, weil ich den Termin über die Seite machen könnte. Nein nein, offenbar hat doctolib nämlich nie Termine für sie vorrätig, ich soll immer anrufen. Und dann krieg ich ne E-Mail-Bestätigung für den für in 6 Wochen telefonisch vereinbarten Termin von doctolib. Auf Nachfrage kommt von den Praxishilfen “Ja, ist komisch.”

      Blöderweise ist meine Phlebologin sehr kompetent und freundlich, sonst würd ich mich anderweitig umschauen…

      Edit: ich vergaß zu erwähnen: die Telefonansage erinnert jedesmal freundlich daran, dass man ja auch sehr praktisch online Termine vereinbaren kann. 🫠

          • kossa@feddit.org
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            4 months ago

            Kannte einfach das Wort nicht, und hatte nie irgendwelche Gefäßprobleme. Wäre wahrscheinlich random zum Kardiologen gerannt, weil ich nix von Phlebologen gewusst hätte ¯\_(ツ)_/¯

            • Lumidaub@feddit.org
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              4 months ago

              Ach so :) ich hab Lipödeme, die werden von Phlebologys behandelt, obwohl’s nur indirekt was mit dem Gefäßsystem zu tun hat, aber sonst weiß niemand was damit anzufangen. Ohne die Suche nach einer Diagnose vor ein paar Jahren wüsste ich auch nix von Phlebologie, hah.

        • kossa@feddit.org
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          4 months ago

          Sie haben Angst, dass sich die Lösung ohne Zwang nicht durchsetzt. Weil es unmöglich ist Software zu entwickeln, auf die Menschen auch Bock haben.

          Aber dahinter ist natürlich v.a. die Finanzierungsfrage. Sie wollen das vmtl. nicht aus dem regulären Budget zahlen, aber wenn es die Ärzte Geld kostet, trauen sie sich nicht zu, ein überzeugendes Angebot abzuliefern, um eine kritische Masse zu erreichen.

          Also plärrt man nach einem Gesetz, damit der Gesetzgeber dann dementsprechend die Zuschüsse zur Krankenkasse erhöht.

          • brainwashed@feddit.org
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            4 months ago

            “Krankenkassen fordern Monopol und Anschlusszwang auf neue Dienstleistung” hört sich eben nicht so nett an.

  • Lumidaub@feddit.org
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    4 months ago

    Klingt, wie so oft, erstmal gar nich blöd, aber dann wird wieder unendlich dran rumgedoktert (hurdur) und am Ende is wieder scheiße.

  • Toe@feddit.org
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    4 months ago

    Klingt auf die ersten Blick erstmal komfortabel und gut. Auf den zweiten Blick würde ich folgendes vermuten:

    • Identifizierung durch Karte mit eGK und equivalent der privaten KK. Andere ohne eGK stehen hinten in der Terminliste.
    • Vordiagnose eines anderen Arztes (Online) bevor eine Termin vergeben wird. Das wird bei einigen Kassen bereits angeboten. Benötigt meist ebenfalls einen Termin.
    • Wer das Wissen hat um Symptome drastischer zu Schreiben oder zu kombinieren bekommt einen früheren Termin. Die Annahme beruht darauf, dass es in Gegenden mit höherem Fachwissen (z.B. Medizinischer Fakultät) mehr Notfalleinsätze (Rettungsdienst) jedoch nicht mehr Notfälle gibt. (Leider habe ich die Quelle hierzu nicht mehr gefunden.)
    • Dem Vertrauensverhältnis zu einem Arzt bleibt unberücksichtigt. Nicht jeder Arzt ist gleich. Mit einigen kommt man gut zurecht mit anderen nicht. Die Betreuungstätigkeit für versch. Verwandte hat mir sehr klar gezeigt, wieviel Einfluss dieses auf Lebensqualität und Leben haben kann.

    Grundsätzlich eine gute Idee um das Terminproblem anzugehen. Meine Erfahrung zeigt, dass es aktuell sehr auf den Arzt selbst ankommt, ob man einen Termin bekommt. Gerade bei Fachärzten ist man, vom Beziehungsnetzerk und Einsstzbereitschaft des Vorgänger-Arzt (meist Hausarzt) abhängig. Bisher hat mehr Verwaltung jedoch nahezu nie zu mehr Effizienz und Zufriedenheit geführt. Für micht deutet der Vorschlag auf ein Einrichten auf Mangelverwaltung und Rationierung hin. Schneller wird man deshalb keinen Termin bekommen. Langfristig werden wir möglicherweide die Sprechstundenhilfe entlasten, da eine Software vorab kategorisiert und die Zerminverwaltungstätigkeit von ungeschultem Personal bzw. Software erledigt werden kann.