Das Motto in Deutschland war «Gen Z regelt». Ich verstehe diesen Generationsansatz nicht. Soll ich als Angehöriger einer älteren Generation jetzt sagen: «Dann macht mal»? Soll ich Ratschläge geben oder bin ich der Gegner? Warum sollen sich ältere Menschen nicht für Klimaschutz einsetzen, wenn sie Kinder und Enkel haben? Und warum sollen sich Junge nicht für das Rentensystem interessieren? Diese Haltung, dass sich jede Generation nur um ihre eigenen Belange kümmert, habe ich nie verstanden.
Er spricht mir so aus der Seele. Als kurz vor der vierzig stehende Frage ich mich genau diese Dinge.
Also so gut ich Habeck idR finde, hier liegt er mMn ziemlich daneben.
bin ich der Gegner? Warum sollen sich ältere Menschen nicht für Klimaschutz einsetzen, wenn sie Kinder und Enkel haben?
Woher leitet er das denn ab? Gibt es irgendwo die Forderung, dass sich andere Generationen nicht auch für die gleichen Themen einsetzen sollen/ dürfen? Haben die Demonstranten Unterstützung von anderen Generationen ausgeschlagen?
Ich bin mir sicher, wenn er sich ein Plakat schnappen und mitdemonstrieren würde, hätte niemand was dagegen.
Ich finde auch den späteren Satz etwas komisch:
Was ist die konkrete, umsetzbare Forderung? Was würdet ihr tun, wenn ihr an der Macht wärt?
Ist das also wie wir künftig Demos beurteilen?
Wer kein detailliertes policy paper mit fertig ausgearbeitetem Gesetzentwurf im Anhang vorweisen kann, hat kein legitimes Anliegen?
Politiker mit ganzen Heerscharen an Angestellten, Fachexperten und Ministerien im Rücken bekommen es nicht hin, ordentliche Gesetze zu machen aber die Demonstranten sollen direkt konkrete, umsetzbare Entwürfe vorlegen?sie haben gesagt sie mögen hotdogs, also muss das heißen das sie hamburger hassen! /s
Als ältere Person sollte man aber auch m in der Lage sein über sowas hinwegzusehen. Anstatt hier so eher distanzierende Fragen zu stellen, hätte er auch einfach klarstellen können, dass die Themen der Jugend wichtig für alle anderen Generationen sind.
Beides kann stimmen. Ich weiß noch nicht wie es hier ist, aber drüben auf reddit grenzen sich halt vor allem jungen Leute gegenüber dem großen “Feindbild Rentner” ab. Belange älterer Menschen scheinen zumindest kein Thema für Jugendliche zu sein. Etwas mehr Verständnis schadet allen nicht, dann tut man sich auch leichter damit darüber hinwegzusehen, wenn man mal nicht mitgemeint ist.
Ich würde mal eine Alternative Interpretation vorschlagen:
“Gen Z regelt” ist das Sentiment, dass hinter allen “Lösungen” die die Politik gerade für die multiple Krisen anbietet.
- Es ist Krieg? Genz soll in der Wehrdienst
- Die Rente geht vor die Hunde? GenZ soll zusätzlich zur Finanzierung der jetzigen Rentner AUCH NOCH privat Vorsorgen UND einen Aktienfonds aufbauen um zukünftigen Generationen nicht das gleiche Problem zu hinterlassen. GenZ soll sich um die letzte, die nächste, und die eigene Generation kümmern
- Es fehlen Fachkräfte? GenZ soll (und hat!) den höchsten Beschäftigungsgrad bisher erreichen
- Die Pflege geht vor die Hunde? Pflegezuschüsse werden zusammengekürzt, Vergütung und Rentenansprüche für Pflege Zuhause wird zusammengestrichen, Pflegegrade werden schwerer gemacht anerkannt zu bekommen
Ich könnte noch weiter machen aber der Punkt ist hoffentlich klar geworden. “GenZ regelt” ist das was die Politik immer wieder fordert ohne es so auszusprechen weil sie dafür nicht mal die Anerkennung hergeben will die GenZ verdient hätte.
Und jetzt ein bisschen Meta: Dass sich alle anderen erstmal ausgeschlossen fühlen, geradezu als Gegner, nur weil irgendwo GenZ draufsteht ist doch komisch.
Wenn irgendwo für Palestina, Kuba, Rojava, Sudan, etc etc demonstriert wird, dann fühlt sich Robert bestimmt nicht als Gegner angesprochen.
Wenn irgendwo für die Rechte von Kindern demonstriert wird sind auch alle eingeladen.
Wenn die Kulturszene gegen Kürzungen auf die Straße geht sind auch alle eingeladen die kein Theater spielen.
Aber wenn die GenZ auf die Straße geht und sagt: Ihr ladet uns zu viel auf ohne irgendwas zurückzugeben, dann ist das auf einmal Spaltung und problematisch?
Generationen gegeneinander auszuspielen ist trotzdem klassisches ,teile und herrsche". Arm gegen Reich ist der einzige relevante Kampf der immer drängender angegangen werden muss… alles andere sind Nebelkerzen die davon ablenken sollen was hier wirklich schief läuft. Bei all den Problemen die du genannt hast ist die Raffgier einiger weniger beispielsweise auch maßgeblich warum es keine anderen Lösungsvorschläge als ,Gen Z regelt" gibt.
Ja bro, es geht den GenZ protesten aber nicht um “Generationen gegeneinander ausspielen”. Es geht genau darum, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Lasten die so anfallen weil die Reichen nichts abgeben wollen hauptsächlich auf die GenZ abgeladen werden.
Der Hinweis darauf, dass eine Generation noch mehr gefickt wird als andere, heißt ja nicht, dass man gegen die anderen Generationen ist, sondern, dass man die Lasten lindern muss.
Vor allem waren in letzter Zeit Jugendproteste der Hauptantriebe für Veränderungen in einigen Ländern. Also beispielsweise Wahlergebnisse in Serbien, Bildungsreförmchen in Frankreich oder Regierungssturz in Nepal.
Regierungssturz in Nepal.
Die sind aber nicht Samstags auf der Straße rumgelatscht und haben dabei drei Baustellenabsperrungen umgeworfen und angezündet, sondern haben das Parlament gestürmt und Politiker verprügelt und in Flüsse geworfen.
Naja, die Presse tut ja schon so als hätten die Protestierenden das getan.
Die Presse erzählt eh den ganzen Tag lang Scheißdreck, darum sollte man sich nicht scheren.
Also bei genau sowas wären doch die Frankfurter*innen sicherlich aich dabei. Leider distanzieren sich alle von ihnen.
Ich finde aber das Potential gibts an vielen Orten hier auch ein (voreingenommener) Bericht aus Leipzig: https://de.indymedia.org/node/868791
Das mag zwar durchaus richtig sein. Aber wenn du dir anschaust wie schnell Leute in dieser Gesellschaft getriggert sind, sind solche (selbst wenn nur dem Namen nach) generationenspezifischen Proteste ein idealer Ansatzpunkt für die Spalter aus Union und rechts davon um Stimmung gegen ,die da" zu machen.
Der Hinweis darauf, dass eine Generation noch mehr gefickt wird als andere, heißt ja nicht, dass man gegen die anderen Generationen ist,
Finde ich schwierig. Ein ähnliches Argument hört man auch wenn man selbsternannten ,Patrioten" redet. Eine in- und eine out-Group aufzumachen reizt viele zu Stammesdenken und dann ist es am Ende doch wieder wir gegen die anstatt wir zusammen gegen das Kapital.
ein idealer Ansatzpunkt für die Spalter aus Union und rechts davon um Stimmung gegen ,die da" zu machen.
Wenn ich mir alles verkneife was die CDU verwenden kann um Stimmung gegen mich zu machen, dann kann ich auch einfach aufhören irgendwas zu tun. Die finden immer was.
Finde ich schwierig. Ein ähnliches Argument hört man auch wenn man selbsternannten ,Patrioten" redet. Eine in- und eine out-Group aufzumachen reizt viele zu Stammesdenken und dann ist es am Ende doch wieder wir gegen die anstatt wir zusammen gegen das Kapital.
Die in- und out-Group der “Patrioten” ist halt willkürlich anhand von irgendwelchen geographischen Grenzen (oder wenns ganz krass wird an “Ethnien”). Man kann sich bei den Generationen natürlich auch immer streiten welche Jahrgänge jetzt zu welcher gehören, aber faktisch sitzen die in ungefähr dem selben Alter halt auch in einem sehr ähnlichen Boot, das sie auch nicht verlassen können.
Außerdem verwenden die “Patrioten” die Gruppenzugehörigkeit ja für Auf- bzw Abwertung. Das sehe ich hier eben nicht, es wird einfach nur benannt, dass die Lasten auf eine bestimmte Generation abgeladen werden. Das ist faktisch so. Und dann darf man das Kind schon auch beim Namen nennen.
Ganz grundsätzlich finde ich dein Argument aber auch quatsch. Wenn das Pflegepersonal auf die Straße geht würdest du das ja vermutlich nicht sagen oder? “Die spalten die Gesellschaft in Pflegepersonal und Nicht-Pflegepersonal” ist einfach ein offensichtlicher bullshit take.
Wenn ich mir alles verkneife was die CDU verwenden kann um Stimmung gegen mich zu machen, dann kann ich auch einfach aufhören irgendwas zu tun. Die finden immer was.
Wir leben in einer Demokratie. Um was etwas zu verändern braucht es breite Unterstützung (im Idealfall einer Mehrheit). Man kann natürlich drauf scheißen und und dann hinterher jammern, dass das eigene Anliegen keine Mehrheit und kein Gehör findet… sehr selbstgerecht, aber halt nicht zielführend. Der Grund warum die jüngeren Generationen in die Lage gebracht werden können in der sie sind ist die Demographie unserer Bevölkerung. Junge Menschen stellen eine Minderheit dar und daraus folgt das mindestens ein paar von den ,alten" überzeugt werden müssen damit sich was ändern kann. Wenn man in der Situation mit einer scheiß-drauf-was-die-Rattenfänger-machen-Attitüde an die Sache ran geht wird es unwahrscheinlicher das was man etwas erreicht da die Mehrheit immer älter (und schlimmstenfalls noch konservativer wird).
Außerdem verwenden die “Patrioten” die Gruppenzugehörigkeit ja für Auf- bzw Abwertung.
Darauf läuft es hinaus, zugeben tun die meisten das nicht. Daher finde ich den Vergleich hier passend.
“Die spalten die Gesellschaft in Pflegepersonal und Nicht-Pflegepersonal” ist einfach ein offensichtlicher bullshit take.
Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht kommt halt meistens Bullshit raus. Liegt dann aber eher an demjenigen der den Vergleich aufmacht als an der jeweiligen Obstsorte.
Wenn man in der Situation mit einer scheiß-drauf-was-die-Rattenfänger-machen-Attitüde an die Sache ran geht wird es unwahrscheinlicher das was man etwas erreicht da die Mehrheit immer älter (und schlimmstenfalls noch konservativer wird).
Auf der anderen Seite ist vorauseilender Gehorsam ein Ding und Teil der Gründe warum wir stehen wo wir stehen. Und killswitch hat vollkommen Recht, Konservative werden sich wortwörtlich irgendwas ausdenken um den Status Quo zu schützen, die Medienlandschaft wird es weitgehend unkritisch verbreiten bzw. als Prämisse nehmen. Es macht keinen Sinn dieses Spiel mitzuspielen, weil das mitspielen mehr kostet als es bringt.
Mir ist was ganz grundlegend unklar. Du sagst das hier:
Arm gegen Reich ist der einzige relevante Kampf der immer drängender angegangen werden muss
Und meinst dann aber trotzdem, dass du das so formuliert bekommst, dass die CDU keinen Ansatz finden wird um konservativ eingestellte Menschen gegen dich aufzubringen? Da bin ich ja sehr gespannt wie das gehen soll.
Außerdem verwenden die “Patrioten” die Gruppenzugehörigkeit ja für Auf- bzw Abwertung.
Darauf läuft es hinaus, zugeben tun die meisten das nicht. Daher finde ich den Vergleich hier passend.
Warum ist der Vergleich hier passend? Damit der passend ist müssten die GenZ Forderungen auf eine Abwertung der anderen Generationen zielen. Das ist aber halt nicht so. Dein Vergleich ist Blödsinn, du hast angefangen Orangen mit Aprikosen zu vergleichen. Das wollte ich dir mit meinem offensichtlicheren Blödsinnsbeispiel näher bringen…
Da hat er auch recht. Ich bin älter als Habeck und es war immer eine Minderheit, die sich z.B. für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimaschutz eingesetzt hat. Und die hAben wirklich was bewegt, bis es z.B. endlich eine klare Mehrheit für den Ausstieg aus der Atomenergie gab, oder Gleichberechtigung für LGBT Menschen. Die Mehrheit der Älteren hat uns viele heutige Probleme eingebrockt, das stimmt. Aber es ist auch bei den Jüngeren heute nur eine Minderheit, die versuchen, es besser machen und für eine bessere Zukunft streiten. Alle haben Respekt verdient.
Ich halte dieses Generationen-Narrativ auch für absolut nicht förderlich - entweder man ist für Fortschritt, generationen-übergreifende Lösungen etc. oder eben nicht. Das hat mit dem eigenen Alter doch relativ wenig zu tun. Ganz im Gegenteil - die breite Mobilisierung wird doch so eher verhindert, weil sich Menschen wie ich selbst fragen, ob sie da mitmachen dürfen oder von alterswegen ausgeschlossen sind. Ich musste auch mehrfach googeln um überhaupt die Forderungen der Proteste herauszufinden. Allerdings finde ich es gut, dass sich die jüngere Generation mehr für Politik interessiert und diese “Dann mach ich eben nicht mit”-Haltung weniger wird. Es kann sich schließlich nichts zum besseren ändern, wenn vernünftige Menschen sich von der Teilhabe abwenden.
Noch dazu ist das Motto verfickt

„Gleichzeitig leben sie in einer Gesellschaft mit grossem Wohlstand. Wenn man die Flugmeilen einiger Protestierender zusammenrechnet, stösst man sicher auf Widersprüche“
Weil Leute mit Flugmeilen nicht für Bildung und soziale Gerechtigkeit demonstrieren dürfen? Weiß ich nicht Robert….
Wenn man die Flugmeilen einiger Protestierender zusammenrechnet, stösst man sicher auf Widersprüche. Mir fehlt bei den Protesten der Punch: Wohin soll es gehen? Was ist die konkrete, umsetzbare Forderung? Was würdet ihr tun, wenn ihr an der Macht wärt? Das habe ich noch nicht verstanden. Aber das mag an mir liegen
Ich lese da nicht, das man nicht protestieren darf oder ähnliches, sondern dass man konkrete Forderungen stellen sollte.
Und das ist für einen Robert Habeck eine sehr verquere Logik.
Zum einen sind Flugmeilen kein guter Indikator dafür ob jemand besseren Klimaschutz will (Fliegen ist halt häufig auch einfach die ökonomisch sinnvollste Transportart) sondern ob dieser jemand viel reist. Ich weiß, beeindruckende Erkenntnis. Zum anderen ist es nicht der Job der Demonstranten, einen gemeinsamen Aktionsplan mitzubringen. Das ist der Job von Leuten wie ihm. Um fair zu sein hat Habeck in der Machtposition und den gegebenen Constraints bessere Arbeit abgeliefert als die meisten seiner Vorgänger. Aber dennoch - was genau soll denn der Job der Politiker sein, wenn nicht die konkreten Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen?
Diese Umkehr von Verantwortung ist emblematisch für die heutige Zeit. Fuck you, Robert, zumindest ein kleines bisschen.
Ich verstehe den Zusammenhang zwischen den Flugmeilen und Forderungen, die ihm fehlen nicht.
Das ist halt ein Feld wo einige wirklich Einschnitte bei ernsthaften Klimaschutz machen müssten, die Klimaschutz fordern. Es ist halt viel einfacher es von anderen zu fordern, wenn einen die entstehenden Probleme nicht betreffen.
deleted by creator
Wobei auch dafür die Flugmeilen völlig wumpe sind. Der richtige Vorschlag kann auch vom Lufthansa CEO persönlich kommen.
Ich finde Robert ja auch gut, trotzdem sollte er ja wissen das gerade Politiker tendenziell viel durch die Weltgeschichte reisen und das oft genug mit dem Flugzeug. Man könnte da ja auch argumentieren das eine telefon Konferenz da auch reichen würde… Der Punkt ist einfach Doppel Standart.
Im Ernst, hä. Sollen wir mal schauen wie viele Flugmeilen der Robert hat? Hat der deswegen aufgehört für Klimaschutz zu sein? Da hat er echt nen Hirnfurz rausgelassen…
Ich finde schon auch, dass in unserer Gesellschaft gerne große, weit offene Forderungen an die Politik gestellt werden, ohne das WIE zu konkretisieren und wenn das Handeln dann persönliche Konsequenzen für einen selbst hat, wird wieder geschimpft.
Manche junge Menschen fordern gleichzeitig von der Politik mehr Engagement beim Klimaschutz, geben keine Vorschläge ab, wie das konkret aussehen soll und sind gleichzeitig selbst Teil des Problems.
Das soll nicht heißen, dass diese Menschen nichts mehr fordern dürfen, aber “nach dem Abi erstmal nach Australien” und “mehr Klimaschutz” sind schon erstmal schwer vereinbar.
Das ist explizit kein spezifisches Problem bei Gen Z oder Klima. Forderungen sind oft sehr high level formuliert “X soll anders”, “Y soll besser”, “Z soll weg”. Auf diese Weise lassen sich leichter viele Menschen mobilisieren, die hinter der Forderung stehen. Würde man konkreter, dann kommt es schnell zu Uneinigkeit und Streit. Es ist leichter viele Stimmen für “mehr Klimaschutz” zu sammeln als für “Flugreisen teurer machen/beschränken”, “weniger tierische Lebensmittel”, “weniger importierte Lebensmittel”, “weniger Technik”, “weniger Kleidung”, “kleinere Wohnungen”, “weniger Heizen” usw.
Ich finde schon auch, dass in unserer Gesellschaft gerne große, weit offene Forderungen an die Politik gestellt werden, ohne das WIE zu konkretisieren und wenn das Handeln dann persönliche Konsequenzen für einen selbst hat, wird wieder geschimpft.
Und das willst du denen vorwerfen, die hauptsächlich die Konsequenzen des Handelns anderer Leute ausbaden müssen? Außerdem ist nicht die Aufgabe von Demonstrierenden das wie zu erarbeiten. Vor allem, weil das wie in Bezug auf Klimaschutz im Groben schon seit Jahrzehnten gut erforscht ist.
Das soll nicht heißen, dass diese Menschen nichts mehr fordern dürfen, aber “nach dem Abi erstmal nach Australien” und “mehr Klimaschutz” sind schon erstmal schwer vereinbar.
Für die Unterstellung wäre es zum einen interessant zu wissen, welcher Anteil der Jugendlichen tatsächlich diese Auslandsaufenthalte durchführt, zum andern, ist die Frage ob der Schaden durch diese Langstreckenflüge, wirklich signifikant ist, im Verhältnis zu den Schäden, die Beispielsweise Frau Reiche anrichtet.
Forderungen sind oft sehr high level formuliert “X soll anders”, “Y soll besser”, “Z soll weg”. Auf diese Weise lassen sich leichter viele Menschen mobilisieren, die hinter der Forderung stehen. Würde man konkreter, dann kommt es schnell zu Uneinigkeit und Streit.
Dieser Ansatz ist aber genau sinnvoll für eine große Protesbewegung. In Serbien wurde auf diesem Wege beispielsweise sehr erfolgreich Aleksandar Vučić „wegdemonstriert“ Das differenzierte Ausarbeiten ist die Aufgabe der Politik, bzw. der Menschen, die durch solch eine Bewegung in Amt und Würden kommen. Das „Volk“ bekundet den Optimierungsbedarf und bildet so ein Korrektiv, das schnell und unmittelbar rückmeldet, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
Ich werfe niemandem etwas vor. Ich bin auch kein Gegner der Proteste. Bei den (allgemein formulierten) Zielen gehe ich auch persönlich größtenteils mit.
Ich wollte mit meinem Kommentar zum Ausdruck bringen, dass ich Habecks Kritik eben genauso nachvollziehen kann, wie die Unzufriedenheit der Protestierenden.
die hauptsächlich die Konsequenzen des Handelns anderer Leute ausbaden müssen?
Hier würde ich ehrlich gesagt keiner Generation eine explizite Schuld attestieren wollen. Das immer den Boomern an die Backe zu kleben finde ich auch den falschen Ansatz:
- Im Mainstream waren die Umweltauswirkungen des eigenen Handels und die Konsequenzen einfach damals weniger präsent.
- Unterstelle ich den allermeisten Menschen, auch heute, dass sie sich, wenn es um ihren persönlichen Vorteil geht, meist egoistisch und nicht im Sinne der Allgemeinheit entscheiden.
Wenn du direkt auf der Demo eine Kreuzfahrt, eine Flugreise, ein Traumhaus o.ä. verlosen würdest, wie viele würden den Gewinn wohl ablehnen? Viele fordern mehr Klimaschutz, trotzdem verhalten sich kaum Menschen auch konsequent so, wenn es um eigene Kaufentscheidungen geht. Da schließe ich mich auch nicht aus.
Die jüngeren Generationen konsumieren (in der breiten Masse!) genauso gerne wie ihre Eltern und Großeltern. Wo es ihnen das Budget erlaubt, tun sie das auch weiterhin. Egal ob bei Reisen, Fast Fashion, Lebensmitteln oder dem styroporgedämmten Einfamilienhaus.
die Frage ob der Schaden durch diese Langstreckenflüge, wirklich signifikant ist, im Verhältnis zu den Schäden, die Beispielsweise Frau Reiche anrichtet.
Ein Hin- und Rückflug nach Australien entspricht circa 7 Tonnen CO2. Das entspricht ungefähr dem 3,5- bis 7-fachen Jahresbudget, das ein Mensch langfristig verbrauchen darf für das GESAMTE Leben inklusive wohnen, essen und allgemeiner Infrastruktur.
Aus meiner Sicht bringt es nichts bei allen Problemen immer einen Schuldigen “da oben” zu suchen. Ja, ich finde Frau Reiche auch kacke, aber trotzdem gibt es viele viele Dinge, die wir als Individuen selbst in der Hand haben und trotzdem nicht tun. Die Superreichen und Politiker haben zweifelsohne ihren Anteil, aber eben auch nicht nur und nur darauf zu warten, dass jemand anders etwas umsetzt ist halt auch auf eine gewisse Weise eine bequeme Ausrede.
Unsere aktuelle Gesellschaft ist (leider) sehr Kapital-orientiert. Willst du mehr Klimaschutz durch - allgemein formuliert - weniger Konsum, können wir… a) darauf hoffen, dass die Leute freiwillig weniger konsumieren, b) die Kosten raufschrauben oder c) die Geldbeutel schmälern.
Ich glaube nicht, dass unsere Regierung das aus Klimaschutzgründen macht, aber b) und c) finden gerade statt. Aus meiner Sicht auf eine sehr unschöne, nicht sozial gerechte Weise, aber steigende Lebenshaltungskosten sind erstmal gut fürs Klima.
Wenn wir am Klimawandel wirklich etwas ändern wollen, müssen wir weg von unserem hohen Wohlstandsniveau. Und das betrifft, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, eben alle Bereiche des Lebens - auch Wohnen, Mobilität, Lebensmittel usw. Nur sollte das alle Generationen gleichermaßen treffen.
Ja, aber dafür wählen wir ja Repräsentanten und geben denen viel Geld und Status, um die Finessen auszuarbeiten.
Es reicht aus, wenn der Souverän sagt “Bitte mehr Klimaschutz, möglichst sozialverträglich, k, danke”. Die müssen kein großes Reformpaket ausarbeiten für das sie demonstrieren. Dafür hat es Abgeordnete mit Beraterstab und wissenschaftlichem Dienst, dazu eine Regierung mit Ministerien und Fachabteilungen.
Das nämlich. Wenn die Politik vorschläge aus der Bevölkerung nur noch annimmt, wenn sie fertig ausgearbeitet und druckreif sind, dann kann ich die hansel auch entlassen. Besonders wenn sie sich im Rest der Zeit dafür bezahlen lassen mein Leben schlechter zu machen.
Den Punkt getroffen, aber leider einen völlig anderen, Fliegen ist zu billig und sollte für alle (!) viel viel teurer sein. Privatflugzeuge sollten schonmal gar nicht existieren.
Darum gehts hier aber nicht.
Privatflugzeuge sollten schonmal gar nicht existieren.
Was spricht gegen private Segelflugzeuge?
Wie kommen die denn nach oben?
So wie vor dem 2. Weltkrieg.
Auseinander bauen und dann den Hang hoch tragen.
Nein… ist kein Witz.
Oftmals mit einem Seilzug Mechanismus am Boden, nur manchmal durch ein Motorflugzeug
Mit einer Winde.
Mal vom Windenstart abgesehen: Bei Segelflugzeugen gibt es schon geraume Zeit rein elektrisch angetriebene Serienmodelle z.B. die AS 34 Me
deleted by creator
Dies… ist halt ein Totschlag Argument und damit ungeeignet wenn man eine Diskussion starten will.
Kann Habeck bitte einfach zurückkommen und Bundeskanzler werden?
Wird er nicht machen.
Kann er bitte einfach gehen?
Ist er das etwa nicht?
Leider :(
Wer wäre denn aus deiner Sicht besser geeignet?
Irgendjemand der nicht offen für noch mehr Polizei, Festung Europa und Überwachung ist? (Siehe dafür Habecks 10 Punkte Plan für Sicherheit)
Nein im Ernst: gib mir einen Namen, nicht einfach nur die Kritikpunkte. Du findest bei jedem etwas mit dem du nicht übereinstimmst.
Ja deswegen ist mein Motto auch “Lieber keine Bundeskanzlerin”
Falls du immer noch Namen willst, such dir einfach paar Random Leute von der Linken Bundestagsfaktion aus. Ich wähl die nicht, aber die machen wenigstens Politik mit der ich besser leben kann und durch die ich besser leben kann.
Dann solltest du sie vielleicht wählen.
Warum? Nur weil ich sie als Beispiel genommen habe?
Na gut, aber das System umzukrempeln ist eine unrealistischere Forderung als einen kompetenteren Kanzler
In der aktuellen Situation in Deutschland wäre ich mir da gar nicht mal so sicher! /s
Du kannst doch hier nicht einfach den heiligen grünen Messias kritisieren. Grundgütiger! Ergreift den Ketzer!
Ja, da ist Merz gleich viel besser. Gut, dass Habeck mit seinen 10 Punkten nicht gewählt wurde, lol.
Warum denkst du so binär? Es gibt deutlich mehr Optionen als Habeck oder Merz.
Nein, nicht in der Logik einer Mehrheitsdemokratie. Da gibt es 1-3 Kandidaten mit einer Chance, mehr nicht. Natürlich kann man abstruse Parteien wie die Piraten oder anderen Quatsch wie die Linke wählen. Aber dann bekommt man eben Merz, der seine Mehrheit hat.
Wir sind hier nicht in einem Zweiparteienstaat wie den USA. Aber interessant, wie du über welche Parteien redest. Schneller kann man sich kaum selbst disqualifizieren. Schönes Leben noch und gute Besserung.
Gut, dass ich das nicht gesagt habe und nie sagen würde. Warum fällt es dir so schwer auf sachliche Kritik an Habeck angemessen zu reagieren?
Weil diese hanebüchen Reaktion einige Linke von der Wahl Habecks abgehalten hat — mit dem bekannten Ergebnis.
Niemand hat Habeck gewählt. In Deutschland wählt der Bundestag die Kanzlerin, nicht die Bevölkerung. Die Bevölkerung wählt den Bundestag, und hätte es eine Mehrheit für Links-Grün gegeben, hätten Linke-Abgeordnete Habeck zum Kanzler wählen können. Gab es aber nicht, und so haben SPD- und Unionsabgeordnete Merz zum Kanzler gewählt.
Die Linken-Wähler*innen haben damit nichts zu tun, also steck dir deine falschen Schuldzuweisungen woanders hin.
Warum sollten Linke, die linke Politik wollen, auch einen Neoliberalen wählen wollen?














